"Keimzelle" des Rennstalls Racing-Team Brandenburg ist das Motorradgeschäft Schramm&Böhning in der Watstraße 10. Gerhard Schramm ist seit 1991 auf den Rennstrecken Zuhause. Zwei jahre später organisierte er selber in Polen ein Fahrertraining, um seinen Kunden mehr Sicherheit auf der Maschine zu vermitteln. Sein Partner Andreas Böhning, damals noch Kunde bei Gerhard Schramm, fuhr 1995 ins Nachbarland und war infiziert vom "Rennfieber".
Richtig ernst wurde es 1999. Ein gemeinsamer Bekannter fragte an, ob sie nicht für das Supersport-Racing-Team Magdeburg die 24 Stunden von Oschersleben, ein WM-Lauf, bestreiten wollen. Und ob sie wollten.
Der gebührtige Berliner und jetzige Wahl-Brandenburger Gerhard Schramm und der Premnitzer Andreas Böhning legten gute Zeiten hin.
Trainingsunfälle verhinderten aber den Einsatz der beiden Brandenburger Motorradhändler. Doch die Missgeschicke weckten den Ehrgeiz der Motorsportenthusiasten. Sie gründeten ihren eigenen Rennstall, mit dem Ziel bei den fünf Veranstaltungen um die Deutsche-Langstrecken-Meisterschaft mitzufahren. In dieser Klasse müssen seriennahe Motorräder eingesetzt werden, die nicht über 140 PS kommen. Der 42jährige Gerhard Schramm und der 3ljährige Andreas Böhning entschieden sich für eine Suzuki GSX-R 750, die sie über die Wintermonate renntauglich machten.
Da der Rennstall jeweils zwei Teams ins „Feuer schickt“,stehen auch je zwei 30.000 Mark teuere Maschinen zur Verfügung. Team I setzt sich aus Gerhard Schramm, Andreas Bronnen und Heiko Bartl zusammen. Das Team II besteht aus Andreas Böhning, Guido Sandowski und Torsten Hahn. Die je drei Fahrer kommen aber nur bei den Acht-Stunden-Rennen zum Einsatz, bei den Vier-Stunden-Fahrten sind es zwei Rennpiloten.
Wenn es zu einer Veranstaltung geht, besteht das Racing-Team-Brandenburg aus vielen Personen. Mechaniker, Zeitnehmer alles was halt gebraucht wird. Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, wird direkt an der Strecke gezeltet oder im Auto übernachtet. Obwohl so ein „Luxus“ wie Pensionsübernachtung entfällt, entstehen diverse Kosten für Startgebühr, Versicherung oder einen kompletten Satz Reifen pro Maschine. „Andere fahren für ihr Geld in den Urlaub, wir fahren Rennen.“, so die beiden Motorradhändler.